• Alexander Haug

Wann ist eine Lu-DOTATATE (PRRT Therapie) bei Patienten mit Neuroendokrinen Tumore sinnvoll?

Neuroendokrine Tumore (NET) sind selten vorkommende Krebserkrankungen, die aus hormonbildenden Zellen entstehen und teilweise die Eigenschaft haben, spezielle Hormone zu produzieren und freizusetzen, die starke Symptome hervorrufen können. NET wachsen meist langsam und zunächst unbemerkt und werden häufig erst sehr spät diagnostiziert, da die Symptome sehr vielfältig sind. Oft finden sich zum Zeitpunkt der Diagnosestellung daher bereits Metastasen in der Leber. NETs unterscheiden sich in Ihrem Verhalten sehr stark nach Ursprungsort, Ausmaß der Metastasierung und Wachstumsgeschwindigkeit. Es gibt daher viele in Frage kommende Therapien wie u. a. die Peptidvermittelte Radiorezeptortherapie-Therapie (PRRT) mit Lu-DOTATATE.


Was passiert bei der Lu-DOTATATE (PRRT)-Therapie?


Es handelt sich um eine Bestrahlungstherapie, bei dem ein Eiweiß (DOTATATE), dass an spezielle Rezeptoren bindet, mit dem radioaktiven 177Lutetium markiert wird und so eine gezielte Bestrahlung von Krebszellen möglich macht. Das funktioniert wie ein Schlüssel, der das passende Schloss erkennt. Aufgrund dieser reichert sich Radioaktivität im Tumorgewebe an und bestrahlt dieses ganz gezielt von innen unter größtmöglicher Schonung des gesunden Gewebes.


Eine halbe Stunde vor Beginn der Behandlung werden Aminosäuren über eine Infusion gegeben, damit die Niere geschützt wird. Das markierte Eiweiß wird anschließend über die Vene gespritzt und gelangt zielgenau an die Tumore, die somit innerlich bestrahlt werden. Es können begleitend Medikamente verabreicht werden. Die Behandlung dauert ca. 15 Minuten und wird nach 8 – 12 Wochen wiederholt.


Verträglichkeit der Bestrahlung


Die Lu-DOTATATE (PRRT)-Therapie wird in den meisten Fällen gut vertragen und es treten wenig Nebenwirkungen auf, die die Lebensqualität beeinflussen. Selten wurde Übelkeit (oder Erbrechen) in den ersten 24 Stunden nach Therapie beobachtet. Eine vorübergehende milde Knochenmarksdepression ist die häufigste Nebenwirkung bei etwa jedem vierten Patienten; diese erfordert in aller Regel keinerlei zusätzlichen Maßnahmen oder Therapien.


Voraussetzungen für die Durchführbarkeit


1. Die durch den Krebs verursachten Herde müssen ausreichend DOTATATE speichern können, damit die Bestrahlung auch alle Krebszellen erreichen kann. Mit einer DOTATATE PET CT (Positronen-Emissions-Tomographie mit Computertomographie) wird vorher überprüft, ob eine ausreichende Speicherkapazität gegeben ist.


2. Die Blutwerte müssen vorher eingehend untersucht werden und das Ergebnis muss gut genug sein, z. B. die Hämoglobin-Werte, da eine Bestrahlungstherapie immer auch das Knochenmark schädigen kann und damit eine Blutarmut begünstigen könnte.


3. Es muss eine ausreichende Nierenfunktion gegeben sein, da Lu-DOTATATE über die Nieren ausgeschieden wird.


Ambulant oder Stationär?


Meistens wird die Lu-DOTATATE (PRRT)-Therapie stationär in einem Spital durchgeführt. In der Ordination Dr. Haug führen wir die Therapie ausschließlich ambulant durch. Wir können Ihren NET also mit dieser innovativen Therapie behandeln. Für die Auswahl der richtigen Therapie ist sehr viel Erfahrung mit NET notwendig! Wir werden für die individuelle Planung der Therapie immer ein ausführliches Gespräch unter Berücksichtigung Ihrer Krankheitsgeschichte führen.

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