• Alexander Haug

Wann ist eine Lu-PSMA Therapie bei Patienten mit Prostatakrebs in Wien sinnvoll?

Aktualisiert: 3. Nov. 2021

Die Lu-PSMA-Therapie ist eine bestimmte Form der Bestrahlung, die bei Patienten eingesetzt werden kann, bei denen eine konventionelle Prostatakrebs-Therapie nicht erfolgreich war. Zum Beispiel, wenn Metastasen in der Prostata trotz Hormontherapie oder Chemotherapie weiterwachsen und sich keine Besserung zeigt. Es ist eine wirksame Therapie, sie ist jedoch noch nicht zugelassen und sollte nur bei Patienten durchgeführt werden, für die herkömmliche Therapien nicht in Frage kommen. Dies kann der Fall sein, weil die Metastasen nicht mehr auf diese Therapien ansprechen oder die Nebenwirkungen dieser Therapien zu schwerwiegend sind.


Was passiert bei der Lu-PSMA-Therapie?


Es handelt sich um eine Bestrahlungstherapie. Krebszellen, die von der Prostata ausgehen, tragen meistens auf ihrer Zelloberfläche das Prostata-spezifische Membran-Antigen (PSMA). Dieses wirkt wie ein Magnet und kann bestimmte Eiweiße binden. Die Eiweiße werden mit einem therapeutisch wirksamen Betastrahler (Lutetium 177) radioaktiv markiert.

Das markierte Eiweiß wird nun über die Vene gespritzt und gelangt zielgenau an die Tumore, die somit innerlich bestrahlt werden. Es können begleitend Medikamente verabreicht werden. Die Behandlung dauert ca. 15 Minuten und wird nach 4-8 Wochen wiederholt.


Verträglichkeit der Bestrahlung


Die Lu-PSMA Therapie schlägt bei den meisten in Frage kommenden Patienten sehr gut an und bringt nur wenige Nebenwirkungen mit sich, die meist nur moderat die eigene Lebensqualität beeinflussen. Es kann zu Fieber direkt im Anschluss an die Therapie kommen sowie Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. In seltenen Fällen können leichter Haarausfall, Geschmacksveränderungen sowie Müdigkeit und Abgeschlagenheit auftreten.


Voraussetzungen für die Durchführbarkeit


1. Die durch den Krebs verursachten Verletzungen müssen ausreichend PSMA speichern können, damit die Bestrahlung auch alle Krebszellen erreichen kann. Mit einer PSMA PET CT (Positronen-Emissions-Tomographie mit Computertomographie) wird vorher überprüft, ob eine ausreichende Speicherkapazität gegeben ist.

2. Die Blutwerte müssen vorher eingehend untersucht werden und das Ergebnis muss gut genug sein, z. B. die Hämoglobin-Werte, da eine Bestrahlungstherapie immer auch das Knochenmark schädigen kann und damit eine Blutarmut begünstigen könnte.

3. Es muss eine ausreichende Nierenfunktion gegeben sein, da Lu-PSMA über die Nieren ausgeschieden wird.

4. Sie sollten bereits mit zugelassenen Therapien wie Hormon- und Chemotherapie erfolglos behandelt worden sein oder nicht mehr ausreichend auf diese Therapien ansprechen. Auch wenn die Nebenwirkungen dieser Therapien zu schwerwiegend sind, ist diese Voraussetzung erfüllt.


Ambulant oder Stationär?


Meistens wird die Lu-PSMA-Therapie stationär in einem Spital durchgeführt. In der Ordination Dr. Haug führen wir die Therapie ausschließlich ambulant durch. Für die individuelle Planung der Therapie werden wir immer ein ausführliches Gespräch unter Berücksichtigung Ihrer Krankheitsgeschichte führen.

80 Ansichten0 Kommentare