• Alexander Haug

Welche Untersuchungen sind notwendig bei Schilddrüsenerkrankungen?

Es gibt eine Vielzahl an Schilddrüsenerkrankungen, zu den häufigsten zählen hier die Schilddrüsenunterfunktion und Überfunktion. Einer erfolgreichen Behandlung gehen eine ausführliche Anamnese und Diagnose voraus, gefolgt von einer individuell auf Sie abgestimmten Therapie. Als erstes erfolgt immer ein ausführliches Gespräch.


Das Anamnese-Gespräch


Bei diesem Gespräch werden wir versuchen gemeinsam bestehende Symptome und Beschwerden herauszufinden. Das ist nicht immer ganz leicht, da bei Schilddrüsenerkrankungen die Beschwerden, oft über einen langen Zeitraum, sich langsam, aber stetig entwickeln und dadurch nicht immer sofort in einen Zusammenhang gebracht werden. Gezieltes Nachfragen hilft meist, um den Symptomen auf die Schliche zu kommen. Auch wird erfragt welche Erkrankungen schon bestehen oder welche Vorbelastungen es in Ihrer Familie gibt. Ebenfalls wichtig ist die Frage nach einem Kinderwunsch, denn die Schilddrüsen hat bei diesem Thema einen großen Einfluss.


Die Untersuchung der Schilddrüse


Als nächstes werden wir Ihre Schilddrüse mit einem Ultraschallgerät untersuchen. Damit lassen sich relevante Informationen gewinnen (Größe, Struktur, Veränderungen). Mit der Ultraschalluntersuchung lassen sich auch Knoten finden und es lassen sich Aussagen über deren Gefährlichkeit treffen. Gewebliche Veränderungen der Schilddrüse lassen sich ebenfalls diagnostizieren, z. B. eine akute oder chronische Entzündung. Diese verursacht in dem bildgebenden Verfahren dunkle und zunehmend unruhige Flecken, dort ist die Struktur nicht mehr gleichmäßig und die Durchblutung kann auch erhöht sein. Untersuchungen im Ultraschall ermöglichen eine genaue Messung der Schilddrüse und eventuell vorhandener Knoten und durch Wiederholungen können diese im Verlauf gut beurteilt werden und die passende Therapie gefunden werden.


Die Blutdiagnostik


Im Anschluss erfolgt eine Blutentnahme und es werden die Hormone der Schilddrüse bestimmt. Hierbei werden das TSH (es steuert die Schilddrüsenfunktion), fT3 (Konzentration des freien Trijodthyronins) und fT4 (Thyroxin – das Schilddrüsenhormon) bestimmt. Je nach Anamnese und bisherigem Befund werden auch bestimmte Antikörper gegen TPO (Enzym bei der Herstellung von Schilddrüsenhormon in den Schilddrüsenzellen), TG (Eiweiß, dass die Schilddrüsenhormone T3 und T4 und in der Schilddrüse speichert) und TSH-Rezeptoren bestimmt, die Informationen zu Schilddrüsenerkrankungen liefern können. In manchen Fällen ist es auch notwendig Tumormarker wie Thyreoglobulin und Kalzitonin zu bestimmen. Die Funktion der Nebenschilddrüsen wird anhand der Blutwerte des Kalziums, Parathormons und Vitamin D beurteilt.


Weitere mögliche Schilddrüsenbehandlungen


Falls bei den bisherigen Untersuchungen Knoten gefunden wurden, dann kann es sinnvoll sein eine Schilddrüsenszintigraphie durchzuführen. Sie ist eine nuklearmedizinische Methode, die zur Untersuchung der Schilddrüse angewendet wird. Sie eignet sich vor allem zur Unterscheidung von kalten und heißen Knoten.


Arbeiten die gefundenen Knoten zu viel, nennt man sie „heiße Knoten“. Diese können eine Überfunktion der Schilddrüse auslösen. Arbeiten sie zu wenig, nennt man sie „kalte Knoten“. Bei diesen besteht die Möglichkeit, dass der Knoten bösartig sein kann.


Falls wir „kalte“ Knoten finden sollten, dann macht es Sinn eine Feinnadelpunktion zu machen, um Gewebe zu gewinnen. Diese kann dann im Labor gezielt untersucht werden.


Ihr Schilddrüsenspezialist Dr. Haug ist für Sie da und berät und behandelt Sie gerne.

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